Rochlitzer Porphyrtuff

Rochlitzer Porphyrtuff im Steinbruch Seidel, Sachsen (Foto: K. Goth)
Der Rochlitzer Porphyrtuff ist ein Produkt des Rotliegend-Vulkanismus in West-sachsen, der zwischen Leipzig und Chemnitz bei Rochlitz verbreitet ist. Diese Gesteine entstanden vor etwa 300 Millionen Jahren, an der Wende vom Karbon zum Perm. Weitere Rotliegend-Vulkanite kommen in unterschiedlicher Größe im Saar-Nahe-Becken, z.B. der Melaphyrkomplex von Baumholder-Kirn-Idar-Oberstein oder die Quarzporphyre bei Bad Kreuznach, im Thüringer Becken, z.B. die Gehrener Vulkanit-Serie aus Porphyriten und Porphyren, und vor allem in Westsachsen (v.a. Rochlitzer Porphyr) sowie bei Halle (Hallesches Porphyrgebiet), aber auch am Harz bei Ilfeld vor. Die Vorkommen stehen im Zusammenhang mit der Heraushebung des Variszischen Gebirges und der dadurch entstehenden Becken, in die der Abtragungsschutt des aufsteigenden Gebirges sedimentiert wurde. Durch diese Sedimentauflast wurde an Schwächezonen eruptiver Vulkanismus ausgelöst.
Porphyre, silifizierte Porphyrtuffe wie der Rochlitzer Porphyrtuff und Ignimbrite eignen sich vor allem als Fassaden- und Werksteine. Als Mahlstein wurde der Rochlitzer Porphyr bereits vor rund 3000 Jahren verwendet. Insbesondere seit dem 12. Jahrhundert wird der Rochlitzer Porphyr(tuff) sowohl für Fassaden und Tür- und Fensterlaibungen als auch für Kirchenschmuck genutzt. Aber in geeigneter Position können Porphyr(tuff)e auch landschaftsbildend und für Freizeitsportler geeignet sein, wie z.B. am Wendenkopf im Schwarzwald.
Der Rochlitzer Porphyrtuff weist auf verschiedene geologische Phänomene hin:
- Vulkanismus an Schwächezonen;
- Diatrem-Vulkanismus ("feuchter" Vulkanismus);
- Silifizierung durch hohen SiO2-Anteil, z.B. Rochlitzer Porphyrtuff selbst, aber auch im Versteinerten Wald von Chemnitz.
Der Rochlitzer Porphyr(tuff) kann an vielen Bauwerken in Sachsen, aber auch in Berlin, München und anderen Städten angesehen werden, z.B.
- am Alten Rathaus und an der Thomaskirche in Leipzig
- an der Muldenbrücke bei Rochlitz
- am Schloss Rochlitz
- als Fundamentplatten am Brandenburger Tor in Berlin
- am Bismarckdenkmal in München
- am Löwendenkmal der Bayer-Werke in Leverkusen
Außerdem werden Tennisplätze oft mit Rochlitzer Porphyrtuffsand belegt.
Diese weite Verbreitung und Präsenz allein des Rochlitzer Porphyrtuffs als Baustein macht es möglich, ihn nicht nur an seiner Typlokalität zu besuchen, sondern vergleichbare Gesteine an vielen anderen Stellen im gesamten Bundesgebiet zu finden. Kleinere Vorkommen von Rotliegend-Vulkaniten von Sachsen bis zum Saarland können ebenfalls besucht werden.







